Kostenloses Girokonto trotz Corona und die neue Werbemasche der Banken (#66)

Shownotes

Das Wichtigste im Überblick

  • Viele Banken werben noch immer mit einem kostenlosen Konto, also ohne monatliche Grundgebühr. Aber Achtung: Da können stattdessen Kosten für die Kreditkarte oder gar die Girocard anfallen. Und es kann sein, dass sie einen Mindestgeldeingang von Dir fordern: 500, 700 oder auch mehr als 1.000 Euro.

  • Solche (versteckten) Gebühren sind besonders ärgerlich, wenn Du wegen Corona beispielsweise in Kurzarbeit bist oder Dir Einnahmen aus Deiner Selbständigkeit weggebrochen sind.

  • Aber keine Sorge, es gibt noch gute, empfehlenswerte Girokonten: Weder DKB noch Comdirect verlangen Grundgebühren, auch die dazugehörigen Karten sind kostenlos. Willst Du auch im Ausland kostenlos abheben, solltest Du aber Folgendes beachten: Beim DKB-Girokonto müssen 700 Euro monatlich eingehen, damit das weltweit klappt. Ansonsten geht es nur in der Eurozone. Bei der Comdirect musst Du zwischen der Girocard und der Kreditkarte wechseln, damit es nichts kostet.

  • Soll das Konto genau zu Dir passen, hilft Dir unser Girokonto-Rechner. Wenn Du wissen willst, welche Kreditkarte unabhängig vom Girokonto die beste ist, dann schau doch mal in unseren frischen Kreditkarten-Vergleich, über den wir in der kommenden Folge sprechen wollen.

  • Warum drehen manche Banken nun aber überhaupt an der Gebührenschraube? Aus einem einfachen Grund: Das kostenlose Girokonto war immer ein Marketingmodell. In der Hoffnung, später Geschäfte mit Dir zu machen – etwa, indem Du bei der Bank auch noch ein Wertpapierdepot eröffnest oder eine Immobilienfinanzierung abschließt. Wenn Du aber das Girokonto dort nur als Zweit- oder Drittkonto hast, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Bank an Dir verdienen kann.

  • Wegen Corona bleiben die Zinsen noch längere Zeit niedrig, mit dem Geld, dass die Kunden und Kundinnen bei der Bank liegen lassen, ist nicht viel zu verdienen. Daher stellen die Banken jetzt um, sie wollen nur noch die dickeren Fische einfangen, also diejenigen, die wirklich ihr Hauptkonto zu ihnen verlegen – wodurch die Geldhäuser in jedem Fall auf andere Gebührengeschäfte hoffen können.

  • Apropos Geld liegen lassen: Die Sparquote in Deutschland hatte im zweiten Quartal 2020 mit 20 Prozent bereits einen Rekordwert erreicht. Zugleich ging durch Corona aber der private Konsum um 11,7 Prozent zurück, ergab eine Studie der DZ-Bank. Das war auch schon mal Thema in Podcast-Folge 49, hör doch mal rein!

  • Vielleicht denkst Du jetzt: Geld auf dem Girokonto herumliegen zu lassen ist eh nicht so eine gute Idee. Sehen wir auch so! Daher empfehlen wir Dir, einen Notgroschen auf einem Tagesgeld- und einem Festgeldkonto zu parken und was dann noch übrig ist, in Dein Wertpapierdepot zu stecken.

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